UND ICH BIN MITTENDRIN

Die Welt ist ziemlich öde. Das Leben eine Qual.
Die meisten Menschen blöde, gehässig und brutal.
Versicherungsvertreter
verkaufen uns die Not.
Vertrösten uns auf später, doch später sind wir tot!

Der Schwachsinn macht Karriere. Die Schönen an die Macht!
Graf Koks gibt sich die Ehre. Der Mob zieht in die Schlacht.
Das Abendland geht unter,
die Zeit ist aus der Bahn.
Wir feiern froh und munter. Ein Hoch dem Größenwahn!

Und ich bin mittendrinin diesem Jammertal.
Ich lebe und ich sing und gebe mich normal.
Und ich bin mittendrin, ein Clown im Irrenhaus.

Ich lebe und ich sing und bettel um Applaus.

Die Dichter und die Denker sind nicht mehr up to date.
Heut zeigen uns die Bänker, wohin die Reise geht.

Es schlagen sich die Neider. Es tummelt sich die Gier.
Des Kaisers neue Kleider sind heute haute couture.

Und ich bin mittendrin in diesem Jammertal.
Ich lebe und ich sing und gebe mich normal.

Und ich bin mittendrin, ein Clown im Irrenhaus.
Ich lebe und ich sing
und bettel um Applaus.

 

SCHADE

Es ist schade, jammerschade,
früher warst du einmal gerade.
Hattest Rückgrat, hattest Stolz,
warst aus ziemlich festem Holz.
Was ist nur mit dir passiert?
Wer hat deinen Mut kastriert?


Heute übst du dich im Kriechen
und aus Leben wurde Siechen.
Du umgibst dich mit Idioten,
dort im Jammertal der Toten.
Alles unter Dach und Fach,
tiefgelegt und oberflach.

Es ist schade, jammerschade,
früher warst du einmal gerade.
Hattest Rückgrat, hattest Stolz,
warst aus ziemlich festem Holz.
Was ist nur mit dir passiert?
Wer hat deinen Mut kastriert?


Diese Satten, diese Glatten
mit den traurigen Krawatten,
diese Satten, diese Glatten,
die vermehren sich wie Ratten.


Es ist schade, jammerschade,
früher warst du einmal gerade.
Hattest Rückgrat, hattest Stolz,
warst aus ziemlich festem Holz.
Was ist nur mit dir passiert?
Wer hat deinen Mut kastriert?


Bussi-Bussi für die Tussi
und Champagner bis zum Schlussi,
und es holt sich froh und munter
die Titanic einen runter.


Es ist schade, jammerschade,
früher warst du einmal gerade.
Hattest Rückgrat, hattest Stolz,
warst aus ziemlich festem Holz.
Was ist nur mit dir passiert?
Wer hat deinen Mut kastriert?

DEIN HIMMEL HING VOLL GEIGEN

Dein Himmel hing voll Geigen, dein blasser Mund
hat tausend Prinzen wachgeküßt.
" Komm, laß es uns jetzt treiben! ", hast du gesagt,
" Wer weiß heut' schon, was morgen ist!? ".
Wir waren uns so vertraut, wir lagen Haut an Haut

so manche Nacht.
Doch irgendwann hast du dich lächelnd
auf und davon gemacht.
Und du sagtest an der Tür: " Es war sehr schön mit dir,
doch ich muß jetzt geh'n.
Vielleicht werd' ich dich irgendwann
einmal wiederseh'n."

Das war vor sieben Jahren, heut' rufst du an
und fragst: " Erinnerst du dich noch?"
Und ob ich nicht heut' abend vorbei kommen kann.
Du wohnst noch immer im selben Loch.
Ich sag: " Na klar, das geht,
doch sicher wird es spät.
Vielleicht so gegen zehn. "
" Ist ganz egal ", sagst du, " nur bitte komm',
ich will dich wiederseh'n."
Jetzt steh' ich hier vor deiner Tür und denke so bei mir:
's ist wie in alter Zeit.

Und in mir macht sich ganz ungeniert 'ne alte Liebe breit.

Du öffnest mir die Tür, ich seh' dich an,
doch wie versteinert bleib' ich steh'n.
Da steht mit müden Augen ein alter Mann,
ich kann nicht bleiben, kann nicht geh'n.
" Na ja, du siehst ja, wie's mir geht,
vielleicht wär's morgen schon zu spät.

Nun komm doch erst mal rein.
Heut' nacht zu sterben wäre leichter, so viel leichter
als heut' nacht allein zu sein.
Und daran schuld ist nur so'n Typ, den hatte ich so lieb,
dem bin ich nachgerannt.
Und der hat mir die vier Buchstaben, die jedes Leben töten,
in mein Fleisch gebrannt.

Mensch, warum denn gerade ich, warum trifft das gerade mich,
hab' ich so oft gedacht.
Doch so viele, viel zu viele kleine Prinzen
haben sich schon aus dem Staub gemacht.
Und die warten schon auf mich, da oben auf'm Strich,

bis mich hier nichts mehr hält.
Es tut so weh, wenn man ganz langsam, so ganz  langsam
in den Himmel fällt.

OHNE DICH

Am Ende brach das Eis, dass unsre Liebe trug.
Am Ende waren wir uns nicht genug.
Wir hatten uns vielleicht zu viel von uns erhofft.
Wir hatten uns zu oft.


Und plötzlich war uns klar, dass Kartenhaus fiel ein.
Auf einmal waren wir mit uns allein.
Allein in diesem Spiel aus Hoffnungslosigkeit,
verloren und befreit.


Liebeslieder singe ich auch ohne dich.
Jede Menge Leben leb ich ohne dich.
Alles was verloren schien, es findet sich,
endlich wieder ohne dich!


Ich glaubte, ohne dich wär alles kalt und leer.
Ich glaubte, dass ich ohne dich nicht wär.
Doch irgendwas in mir war stärker als die Pein
und ließ mich wieder sein.

Liebeslieder singe ich auch ohne dich.
Jede Menge Leben leb ich ohne dich.
Alles was verloren schien, es findet sich,
endlich wieder ohne dich!


Ich bin wieder bei mir, ich finde wieder statt.
Ich schmeiß die Trauer über Bord
und hab mein Selbstmitleid so satt.
Will mich jetzt finden und verliern.
Mich endlich wieder spürn!


Liebeslieder singe ich auch ohne dich.
Jede Menge Leben leb ich ohne dich.
Alles was verloren schien, es findet sich,
endlich wieder ohne dich!


Liebeslieder singe ich auch ohne dich.
Jede Menge Leben leb ich ohne dich.
Alles was verloren schien, es findet sich,
endlich wieder ohne dich!

WARUM, WIESO?

Wie oft schon hast du gegen dich verloren?
Wie oft schon hast du dich dafür verflucht?
Wie oft hast du dir Zärtlichkeit geschworen,
und viel zu weit entfernt von dir gesucht?


So bringst du dich um jede Menge Leben.
So kämpft die Seele gegen den Verstand.
Anstatt dich ganz der Liebe hinzugeben,
suchst du nach einem Gott aus zweiter Hand.


Manchmal ist es einfach besser, man lässt los,
traut dem Wind, legt sich dem Leben in den Schoss.
Von Gelassenheit oft meilenweit entfernt.
Loszulassen hast du nie gelernt.
Manchmal ist es einfach besser, man lässt los,
traut dem Wind, legt sich dem Leben in den Schoss.
Von Gelassenheit oft meilenweit entfernt.
Loszulassen hab’ ich nie gelernt.

Warum, wieso? Die Angst kennt tausend Fragen.
Warum, wieso? Die Wahrheit ist aus Glas.
Der Regenbogen gönnt sich tausend Farben,
und ohne „Wenn“ und „Aber“ wächst das Gras.


Manchmal ist es einfach besser, man lässt los,
traut dem Wind, legt sich dem Leben in den Schoss.
Von Gelassenheit oft meilenweit entfernt.
Loszulassen hab’ ich nie gelernt.
Manchmal ist es einfach besser, man lässt los,
traut dem Wind, legt sich dem Leben in den Schoss.
Von Gelassenheit oft meilenweit entfernt.
Loszulassen hab’ ich nie gelernt.

WENN IM DUNKEL KALTER ZEITEN

Wenn im Dunkel kalter Zeiten
neben dir ein Mensch vergeht,
fang ihn auf, du wirst ihn halten,
sage nie: Es ist zu spät.

Flieht im Dunkel kalter Zeiten
sich dein Herz in Einsamkeit,
kann dich nur die Liebe heilen,
rettet dich nur Zärtlichkeit.


Wenn im Dunkel kalter Zeiten
Nehmen mehr als Geben zählt,
ist es Zeit, dass wir begreifen,
dass es uns an Leben fehlt.


Sind im Dunkel kalter Zeiten
wir so unzufrieden satt,
sollten wir die Früchte teilen,
dass ein jeder davon hat.


Wenn im Dunkel kalter Zeiten
neben dir ein Mensch zerbricht,
gib nicht auf, zu ihm zu halten,
gib ihm ab von deinem Licht!