Draußen Regen, drinnen Sonne
Märkische Oderzeitung vom 23. März 2015
von Inga Dreyer

Lieder, die von tiefschürfend bis satirisch reichten, kesse Sprüche und ein aufgewühltes Publikum: Unter dem Titel "Lass uns die Sonne neu erfinden" präsentierte der Liedermacher Torsten Riemann im Filmtheater einen Konzertabend voller Witz und Gefühl.

..War die Stimmung schon zu Anfang des Abends heiter, wird die Stimmung im Laufe der kommenden drei Stunden immer aufgewühlter - das Lachen polternder, der Applaus lauter. Und das nicht nur wegen der fleißig ausschenkenden Sektbar, sondern vor allem wegen Riemanns einnehmendem Wesen, mit dem er auch den abgebrühtesten Brandenburger knackt...

...Denn als ob ein Talent alleine nicht reichen würde, präsentiert er sich nicht nur als glänzender Musiker, Komponist und Texter, sondern auch als charmant-frecher Entertainer. Und als ob ein Instrument nicht reichen würden, zeigt er all das abwechselnd an Akkordeon, Gitarre und Klavier...

"Ich denke immer: Wer eine Message hat, der sollte damit zur Post gehen", sagt Riemann. Tatsächlich hat er nicht nur eine, sondern viele Nachrichten an sein Publikum. Doch die stülpt er niemandem über, urteilt nicht, was richtig und falsch ist. Trotzdem steckt Lebensklugheit in seinen witzigen und bisweilen auch sentimentalen Liedern...


Songpoet Torsten Riemann eröffnet Saison in Friedersdorf
 Märkische Oderzeitung (MOZ) vom 14. Januar 2008
von Ines Rath

Riemann's Zuhörer sind begeistert, weil sie sich in den mehr als zwei Stunden ohne Pause nicht eine Minute gelangweilt haben. Sie erleben unter dem Titel "Endlos Leben" ein Wechselbad der Gefühle und ein so abwechslungsreiches Programm, dass sich am Ende mancher fragte: Ist das alles ein und derselbe Künstler? Nicht nur drei Instrumente spielt Torsten Riemann - im Wechsel Gitarre, Akkordeon und Klavier. Er singt Chansons, streitbare, kämpferische und sehr gefühlvolle, ganz persönliche Lieder. Beim "pontifikalen Werk" seiner Schlagerkunst schließlich ist der Höhepunkt der kabarettistischen Einlagen an diesem Abend erreicht: Bei der "Cover-Version" von "Only you" und Co. biegt sich das Publikum vor Lachen...


Songpoet Torsten Riemann in der Comédie
 Märkische Allgemeine vom 06. März 2006

Seine Lieder sind Zartcreme für alle Traurigen, Verzweifelten und Enttäuschten. Sie sind mit Ausrufezeichen versehene Verweise auf die schönen Dinge des Leben für all jene, die sich im Trott des Alltags verloren haben, und Ermutigungen, den Kreislauf der Routine zu unterbrechen. Torsten Riemann singt Liebeserklärungen an das Leben. Der Berliner Songpoet stellte am Samstag Abend in der Comédie Soleil seine neue CD "Endlos leben!" vor. Der Titel zieht sich als roter Faden durch alle Texte, wobei "endlos" mehr eine Metapher für die Intensität denn für das Temporale der menschlichen Existenz darstellt. Die Texte Riemanns sind entwaffnend offen, nehmen kein Blatt vor den Mund und benennen menschliche Schwächen nicht als Stigmen, sondern als natürliches Beiwerk zum Individuum. Von Gitarre und Klavier, auch vom Akkordeon begleitet, erzählt Riemann Geschichten der inneren Biografie. Sie spiegeln alle Phasen möglicher Befindlichkeiten wider, spielen mit existentialistischen Momenten zwischen Leben, Liebe und Tod. Sie handeln von der Einsamkeit des Zusammenseins, dem Unvermögen, das eigene Spiegelbild auszuhalten, dem befreienden Gefühl nach einem Beziehungsende, die Dinge wieder allein genießen zu können.

Riemann tastet sich auch an sensible Themen heran. So wird in einem Lied aus einem vermeintlichen einfachen Wiedersehen einer alten Liebe ein Abschied für immer, weil der einst geliebte Mensch inzwischen schwer gezeichnet ist durch die "vier Buchstaben, die jeden Menschen töten".

An anderer Stelle wieder relativiert Riemann jeden Kummer, sagt dem "gebrannten Kind" voraus, ein König zu werden. Er singt Hommagen an die "Träumer und Chaoten", auf deren Wunder man sich einlassen solle, erzählt von der Angst, "wie die Leute herumzulaufen, die ihren Frust wie Modeschmuck spazieren tragen", ermuntert, ins Narrenboot mit einzusteigen und nicht die Sünden zu verschlafen, berichtet von der Endstation Sehnsucht, an der man aussteigen sollte, wenn das Konto das einzige bleibt, was sich bewegt.

Riemann fängt das Publikum mit seiner Leidenschaftlichkeit ein, nimmt es für sich ein, ohne ihm nach dem Mund zu reden. Liebevoll und warm malt er Situationen und Menschen seiner Lieder aus, ohne einzulullen. Er appeliert an das Füreinanderdasein, an die Genügsamkeit, an die Lebenslust, an das Teilenkönnen - auch von Glück. Dabei kommt er ohne jede künstliche Dramatik aus. maja


Loslassen
Potsdamer Neueste Nachrichten vom 06. März 2006
von Astrid Priebs-Tröger

Liedermacher Torsten Riemann in der Comédie Soleil

Dieser Mann ist ein Kraftmensch. Nicht nur äußerlich. Fast zwei Meter groß, mit athletischer Figur und blauen Strahlaugen. Der Berliner Torsten Riemann ist auch ein leidenschaftlicher Musiker und Sänger, mit ansteckendem Witz und viel Esprit. Am Samstagabend stellte er in der Potsdamer Comédie Soleil seine neueste CD „Endlos leben“ vor.

Es ist „erst“ seine siebte, obwohl er seit mehr als zwanzig Jahren auf der Bühne steht. Doch der charismatische Liedermacher, der sich auch in unserer schnelllebigen Zeit das Recht nimmt, „seine Lieder selbst zu leben“, steht dazu. Mit Charme und einer gehörigen Portion Koketterie bezeichnet sich der 42-Jährige als „junges Talent".

Man merkt schnell, er selbst ist noch lange nicht angekommen, ist weiter unterwegs, lebt mehr das Sein als das Haben. Dabei scheinen Singen und Musizieren die ihm gemäßen Daseinsformen zu sein, zum Überleben tun es dann auch Taxi fahren, Kellnern und Kranke pflegen. Oder auch Jobs als Rhetoriktrainer, Moderator oder Konzertveranstalter. Und so strahlen seine erzählten Geschichten eine starke Authentizität aus, erzählen auch auf dieser CD vom ganz normalen Leben mit allen seinen Höhen und Tiefen. Nichts wird ausgespart, alles bis auf den Grund ausgekostet: Die Liebe und der Schmerz, das Blühen und das Vergehen, der Augenblick und die Ewigkeit. Das fühlt sich kräftig, zupackend und energisch an. Egal, ob er ein Liebeslied singt oder über das Sterben eines aidskranken Gefährten...

I...Immer lebensbejahend und beinahe wie ein Mantra wiederholt er in seinen Liedern und Chansons dieses eine Thema in vielen verschiedenen Variationen: „Einfach leben, jetzt und hier nur da sein, füreinander wahr sein und dann mühelos vergehen.“ Und er spricht dabei eine klare Sprache, der man sich kaum entziehen kann: Unverblümt, nachdrücklich und schnörkellos. Nichts zum Ankuscheln und Träumen, aber gut zum Wachwerden und Auftanken. Überhaupt nichts übrig hat der Querdenker aus Leidenschaft für die Satten und Saturierten, doch auch die Jammerlappen und ewig Zögerlichen bekommen ihr Fett weg. Nicht ohne die Ermunterung: „Hör endlich auf, fang endlich an!" Nämlich zu leben. Und das endlos, in jeder Sekunde und jeder Stunde.

Fast ist man am Ende des Konzerts beschämt ob der eigenen, von Zeit zu Zeit auftretenden Kleinmütigkeit. Einfach leben? Riemanns Lieder haben auch hierfür einen Schlüssel: Loslassen, dem Wind trauen, sich dem Leben in den Schoß legen. Einfach leben!


“Endlos leben” mit Torsten Riemann
von Heike Stachowiak
Märkische Oderzeitung vom 30. Januar 2006

Seine Texte erzählen vom Leben, ohne Schnörkel. Seine Lieder leben, sind gelebtes Leben. Wohl deshalb traf Torsten Riemann am Freitagabend den Nerv der Bad Freienwalder. Zwei Stunden sorgte der Berliner Sänger bei seinem ersten Konzert in Sankt Georg für Gänsehaut-Feeling. Da schienen selbst die kühleren Temperaturen reine Nebensache zu sein.

Von Anfang an war Riemann mit den Gästen auf Du und Du. Seine Lieder, ein Großteil ist Bestandteil seiner neuen CD "Endlos Leben", bedurften keiner Erklärung. Jeder verstand die Sprache des Künstlers. Musikalisch ausdrucksstark, abwechselnd auf der Gitarre, dem Klavier oder dem Akkordeon begleitend, sang, ja schrie sich der "Meister der Zwischentöne" in die Herzen der Zuhörer. Er sang vom Leben und vom Sterben, der Angst vorm Alleinsein, vom Hassen und Nehmen, von Höhen und Tiefen. "Manchmal muss man ganz unten sein, um wieder nach oben zu kommen", sprach er aus eigener Erfahrung ...

...Die neue CD erzählt aber auch von den Sehnsüchten der Menschen nach Wärme und Zuneigung und reicht den Appell weiter, sich selbst treu zu bleiben. Natürlich spart Torsten Riemann die Liebe nicht aus. "Einmal einfach lieben, spüren und nicht das Glück zerreden", heißt u. a. eine Liedzeile. Ein anderer Song spricht von der unerhofften Freiheit nach einer Trennung.

Riemann blieb seinem Publikum am Freitag keine Antwort auf die Fragen des Lebens schuldig.


Ein Meister der zarten Zwischentöne
Torsten Riemann in der Kulturschmiede Greven
Westfälische Nachrichten vom 25. April 2005
von Axel Engels

"...Ob am Klavier, Akkordeon oder Gitarre, er wählt jederzeit mit traumwandlerischer Sicherheit das passende Instrument.
Hinter den Dingen verbirgt sich für ihn eine Wahrheit, der es nachzuspüren gilt.
Dieser Sänger braucht nur ein Chanson, aber seine Zuhörer müssen mitdenken. Unbequem, querdenkerisch und leidenschaftlich verzaubert er die Kulturschmiede, mit Liedern, die unter die Haut gehen...."


Singen, bis der Laden voll ist!
von Gerold Paul
Potsdamer Neueste Nachrichten vom 18. April 2005

“...Der Berliner scheint die unsichtbare Grenze vom „Liedermacher“ zum Chansonier längst überschritten zu haben. Wenn er seine Schöpfungen vorträgt, schaut er den Leuten in die Augen. Absolute Bühnensicherheit, kraftvolle Stimme vom ersten bis zum letzten Part, perfekte Beherrschung von Gitarre, E-Piano und Akkordeon zur Begleitung, dazu über mehr als zwei Stunden Substanz, welche sich, ganz irdisch, um Liebe, Tod und Leben drehte..
...Riemann scheint jemand zu sein, der einfach nicht satt wird. Nach altindischer Lehre würde man ihm den Status permanenter Leidenschaft zuordnen müssen, gleichweit vom Himmel und dessen Gegenteil entfernt. „Alles ist möglich, doch wo ist der Sinn?“ fragt er mit blitzenden Augen in die Runde. Eine durch und durch dynamische Person, so extensiv wie intensiv im Ausdruck, poetisch im Wort, melodisch in seiner Musik, begeistert vom Chanson und seinem Vorbild Jaques Brel, welchem er mit zwei Kontrafrakturen originell huldigte. Vielleicht auch ein Verführer, ein Aufwiegler der Schwachen und Gleichgültigen, der „vom Weltschmerz Infizierten“: „Aus Angst davor, zu weinen, hören wir auf zu lachen“. Er singt für jedermann und alle Lebenslagen...”



Ein musikalisches Kraftpaket
von Bärbel Kloppstech
Märkische Oderzeitung vom 22. Februar 2004

"...Riemann ist ein Kraftpaket an Musikalität, wenn er auf der Bühne, sich im fliegenden Wechsel am Klavier, auf der Gitarre und auf dem Akkordeon begleitend, seine Stimme erhebt voll unbändiger Lust am Leben, zu leben und zu lieben."


Das Anecken gewohnt
von Ursula Maier-Eichhorn
Süddeutsche Zeitung Nr. 115 vom 20. Mai 2003

"...Riemann ist keiner der sich anbiedert, der geschmäcklerisch Rücksicht nimmt auf das Publikum.
Seine Texte, gnadenlos deutlich und voll tiefer Einsichten, erfordern ständig waches, konzentriertes Mitdenken. Träumerisches, genussvolles Zurücklehnen beim Zuhören ist nicht vorgesehen, auch wenn die musikalische Gestaltung seiner Lieder ausdrucksstark und voller Abwechslung ist."



Torsten Riemann im Stalburg-Theater Frankfurt
von Christoph Schütte
Frankfurter Allgemeine vom 08. Februar 2002

"...Es ist vor allem die Lust am Leben, trotz alledem, die Riemann in seinen meist selbst geschriebenen Liedern besingt.
"Morgen nehm' ich mir mein Leben und geb' es nie wieder her", lautet folglich sein Credo. Und man glaubt es ihm.
...Den stärksten Eindruck hinterlassen jene Balladen, in denen er seiner "Lieblingsfarbe Bunt" eindrucksvolle Schattenbilder in Schwarzweiß gegenüber stellt: Diese Traurigkeit, mit der er eine alte Liebe besingt, die von Aids gezeichnet ist, die Angst vor dem Alleinsein in der Stunde des Todes. Immer wieder setzt Riemann das Akkordeon oder den Flügel ein, um die Perlen milder Melancholie glänzen zu lassen. Dann singt er nachdenklich von dem Moment, von der "Ahnung vom Glück", die bleibt, wenn man geht."



Liebe als Zustand
von André Krellmann
Süddeutsche Zeitung vom 25./26. November 2000

"...Doch im Mittelpunkt von Torsten Riemanns Themenkatalog steht die Liebe. Eine Fülle wunderschöner, immer neuer und anders gearteter Liebeslieder hat er in seinem Programm. Kaum zu glauben, dass das keine Sekunde, keinen Takt lang langweilig wird, denn Liebe ist bei Riemann keine romantische, verträumte Attitüde mit Schlagerqualitäten, sondern ein Zustand."